Offene Briefe

Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte. Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Das ist einer von denen. Und er leugnete abermals.
    Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer. Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.

(Lutherbibel 1984 / Markus 14,66-72)

Die aus der geheimen Staatskunst der Vorantike bis heute überlieferte Heilige Schrift unterteilt noch immer die Menschheit in Herrscher (Könige) und Beherrschte (Untertanen). Anfänglich kannten die Gottkönige und ihre Oberpriester den Sinngehalt der Schriften, einfache Priester und Beamte kannten ihn weniger und alle Untertanen durften ihn nicht kennen. Später kannte niemand mehr den ursprünglichen Sinngehalt der Heiligen Schrift, sodass alle Menschen zu Untertanen wurden, auch wenn die Unterteilung in Herrscher und Beherrschte schon lange keinen Sinn mehr macht.
    Die Basis allen menschlichen Zusammenlebens, die Makroökonomie, musste solange eine Geheimwissenschaft bleiben, wie sie noch fehlerhaft war, denn makroökonomische Konstruktionsfehler führen zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg. Daher bestand ein wesentlicher Teil der geheimen Staatskunst darin, diese Fehler aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden (religiöse Verblendung), damit es einen Sinn darin sehen konnte, für etwas zu arbeiten, was im nächsten Krieg wieder verloren ging. Die Technik der religiösen Verblendung funktioniert in der Weise, dass makroökonomische Konstruktionsfehler in einer genialen Metaphorik (Schöpfungsmythos) verborgen werden, die bei gläubigen Menschen beliebige, gegenständlich-naive Fehlinterpretationen provoziert. Diese überdecken wie in einem Vexierbild den eigentlichen, rein ökonomischen Sinngehalt des Mythos, streichen damit die Fehler der makroökonomischen Grundordnung aus dem Bewusstsein und verschieben sie ins Unterbewusstsein (geistige Beschneidung). Den Beherrschten bot die geistige Beschneidung eine zwar nicht reale aber doch gefühlte Sicherheit, und den Herrschern verschaffte sie die Macht, in Friedenszeiten auch ohne Gewaltanwendung über die Arbeitskraft ihrer Untertanen zu verfügen. Nur so konnte sich die Arbeitsteilung (Zivilisation) im Lauf der Zeit über die in das kollektiv Unbewusste verschobenen Fehler (Götter, aus der Sicht der Untertanen) hinausentwickeln, bis nur noch ein Konstruktionsfehler bestehen blieb.
    
Um auch diesen letzten Fehler zu korrigieren, der uns schon viel zu lange davon abhält, die ideale Makroökonomie und damit absolute Gerechtigkeit und dauerhaften Frieden zu verwirklichen, ist es hinreichend, die religiöse Verblendung zu beseitigen.

In früheren Zeiten war der Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus der religiösen Verblendung" eine gefährliche und beängstigende Angelegenheit für wenige Mutige. Heute ist die Auferstehung zu einer kulturhistorischen Notwendigkeit für alle Menschen geworden. Die im letzten Buch der Bibel (Apokalypse = Enthüllung) bildhaft beschriebenen "vier apokalyptischen Reiter" sind galoppierende Gedanken, die beim Lesen der ersten vier Siegel die grundlegenden Aspekte der religiösen Verblendung auflösen. Das fünfte Siegel beseitigt endgültig den Glauben an die (noch) bestehende Welt, das sechste Siegel beseitigt endgültig jeden Aberglauben und das siebte Siegel eröffnet den Blick in die neue Welt.

Verhungerte Kinder seit dem 31.01.2009: 82142889
(Aktualisierung mit F5)